Die frühen Jahre des Fußballs in Karlsruhe 

Die noch junge Sportart Fußball war Ende des 19. Jahrhunderts in vielen Sportvereinen noch verpönt, so dass es in den 1880er Jahren zu den ersten Gründungen reiner Fußballvereine kam und dieser Trend sich um die Jahrhundertwende weiter verstärkte. Karlsruhe war neben Berlin in den frühen Jahren des Fußballs in Deutschland eine der Hochburgen, woran der in Karlsruhe lebende Walther Bensemann einen wesentlichen Anteil hatte. Zu den ältesten Fußballvereinen in Karlsruhe zählen die von Bensemann gegründeten International Football Club (1889) und Karlsruher FV (1891) sowie der FC Karlsruher Kickers (1893). Mit dem Karlsruher FC Phönix und dem 1. FSV Mühlburg (später VfB Mühlburg) folgten 1894 bzw. 1895 die Vorläufervereine des heutigen Karlsruher SC.

 

Die Vorgängervereine KFC Phönix und VfB Mühlburg 

KFC Phönix

„Stammbaum“ des Karlsruher SC

Am 6. Juni 1894 gründeten einige Mitglieder der Karlsruher Turngemeinde den Karlsruher FC Phönix. Nach dem Anschluss des Karlsruher SC Alemannia im Jahre 1912 hieß der Verein fortan KFC Phönix (Phönix Alemannia). Während des Zweiten Weltkriegs spielte der Verein ab 1943 gemeinsam mit Germania Durlach als Kriegssportgemeinschaft Phönix/Germania Karlsruhe.

Phönix Karlsruhe gehörte im Jahr 1900 zu den 86 Gründungsvereinen des DFB und war auch bald in den Meisterschaftsrunden erfolgreich. 1909 konnte Phönix erstmals die Südkreisliga gewinnen und später auch die Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft als Sieger beenden. In den Endrundenspielen besiegten die Karlsruher im Viertelfinale den FC Mönchengladbach und im Halbfinale den SC Erfurt und standen so erstmals im Finale. Dieses gewannen die Badener am 30. Mai in Breslau vor 1.500 Zuschauern mit 4:2 gegen BFC Viktoria 1889 und wurden Deutscher Meister. Schon knapp zwei Monate vor dem Meisterschaftsendspiel wurden erstmals zwei Spieler der späteren Meisterelf, Emil Oberle und Robert Neumaier, ins Team der Nationalmannschaft berufen; das Spiel der deutschen Auswahl am 4. April war nicht nur das erste Länderspiel, das in Karlsruhe stattfand, sondern gleichzeitig auch im sechsten Spiel der erste Sieg (1:0 gegen die Schweiz). Mit Karl Wegele (15 Länderspiele ab 1910) und Otto Reiser (ein Einsatz 1911) konnten sich in den folgenden Jahren noch zwei weitere Phönix-Spieler in der Nationalmannschaft beweisen.

In der folgenden Saison besiegten die „Blau-Schwarzen“ im Viertelfinale den VfB Leipzig, scheiterten dann aber im Halbfinale ausgerechnet am Stadtrivalen Karlsruher FV, der anschließend auch im Finale siegreich blieb und den Meistertitel 1910 errang. In den folgenden Jahren dominierte der KFV in der süddeutschen Verbandsstaffel, so dass Phönix zu keinen weiteren Endrundenteilnahmen mehr kam.

Die Stadt Karlsruhe verpachtete dem Verein, der bis dato im „Stadion an der Maxaubahn“ beheimatet war, nach dem Ersten Weltkrieg ein Gelände im Hardtwald nördlich der Innenstadt. 1923 später waren die Anlagen am „Wildpark“, Vorläufer des heutigen Wildparkstadions, fertiggestellt. Sportlich lag Phönix in den 1920er Jahren wie schon in den Jahren vor dem Krieg meist hinter dem Karlsruher FV, zeitweise stieg man sogar in die Zweitklassigkeit ab.

1933 qualifizierte sich der KFC Phönix als Meister der Bezirksliga Württemberg/Baden, Gruppe Baden, für die neu gegründete Gauliga, die damals höchste deutsche Spielklasse. Dort spielten sie mit einer Unterbrechung (Saison 1936/37), bis 1944 der Spielbetrieb kriegsbedingt eingestellt wurde. Phönix konnte sich aber in der von den drei Mannheimer Vereinen Waldhof, VfR und Neckarau dominierten Spielklasse, die von 1933 bis 1945 alle zwölf Meisterschaften der Gauliga Baden gewannen, nicht durchsetzen. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der KFC Phönix nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen. In der ersten Saison nach dem Krieg belegte man in der neu geschaffenen Oberliga Baden/Württemberg 1946 nur den 15. Platz und stieg ein Jahr später sogar in die Landesliga ab, wo der Verein bis zum Fusionsjahr 1952 spielte.

VfB Mühlburg

Der zweite Vorgängerverein des KSC hat selbst wiederum mehrere Vorgängervereine. Im Jahre 1895 wurde der 1. FV Sport-Mühlburg gegründet. 1905 erfolgte die Gründung des FC Mühlburg 1905, dem der 1. FV Sport Mühlburg geschlossen beitrat. Dieser fusionierte am 28. Juli 1933 mit dem VfB Karlsruhe zum VfB Mühlburg. Die Spielstätte der Mühlburger in der Honsellstraße nahe des Karlsruher Rheinhafens wurde am 3. September 1942 vollständig zerstört, nach dem Krieg aber wieder zu einem Stadion mit einem Fassungsvermögen von 30.000 Besuchern aufgebaut.

Die Mühlburger Vereine waren nicht ganz so erfolgreich wie die Karlsruher Konkurrenten Phönix und KFV. Der FC Mühlburg konnte sich zwar einige Jahre in der ersten Spielklasse halten, Erfolge stellten sich aber erst nach der Fusion zum VfB Mühlburg in den späten 1930er Jahren ein, als man badischer Pokalmeister wurde (1938 und 1939) und in den Kriegsjahren bis in die Zwischenrunde des Tschammerpokals, dem Vorläufer des DFB-Pokals, vordrang.

In der Nachkriegszeit spielte der VfB Mühlburg in der Oberliga Süd, der nach Kriegsende bis zur Einführung der Bundesliga 1963 höchsten deutschen Spielklasse in Deutschland. 1947 stiegen Phönix Karlsruhe und der Karlsruher FV aus der Oberliga ab, der VfB Mühlburg stieg gleichzeitig auf und etablierte sich bis zur Fusion 1952 in dieser Spielklasse; als bestes Ergebnis erreichte man 1950/51 hinter dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Fürth den dritten Platz.

Bekannte Spieler des VfB Mühlburg waren in den 1930er Jahren Franz Dienert und Anfang der 1950er Jahre „Ossi“ Traub und Horst Buhtz.

 

Sportliche Entwicklung seit 1952 

Die Fusion und erste Erfolge des Karlsruher SC (1952–1963) 

Am 16. Oktober 1952 schlossen sich Phönix Karlsruhe und der VfB Mühlburg zusammen und der Verein erhielt seinen heutigen Namen Karlsruher SC von 1894 Mühlburg-Phönix e.V. Kurz nach der Fusion war der Karlsruher SC der größte deutsche Sportverein, was nicht zuletzt daran lag, dass allen Mitgliedern zunächst freier Eintritt gewährt wurde. Nach der Gründung des neuen Vereins wurde im Wildpark mit dem Neubau eines modernen Stadions begonnen, so dass der KSC seine Heimspiele in den ersten drei Jahren in der Honsellstraße austrug.

In der Folgezeit avancierte der Karlsruher SC zu einem der stärksten Vereine der Oberliga Süd, bereits die erste Saison schloss der neue Verein, noch unter dem Namen „KSC Mühlburg-Phönix“, mit dem vierten Platz ab. Mit Adolf Patek konnte zur Spielzeit 1953/54 ein erfahrener Trainer verpflichtet werden, der die Mannschaft 1955 bis ins Finale des DFB-Pokals führte, das die Karlsruher gegen den FC Schalke 04 mit 3:2 gewannen und sich damit den Pokal sicherten. In der darauf folgenden Saison 1955/56 wurde der KSC erstmals Meister der Oberliga Süd und qualifizierte sich damit für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Nach dem Gruppensieg in der Endrundengruppe mit dem FC Schalke 04, 1. FC Kaiserslautern und Hannover 96 standen die Karlsruher zum zweiten Mal nach 1909 im Finale. Dieses verloren sie jedoch im Berliner Olympiastadion gegen Borussia Dortmund mit 2:4. Im selben Jahr verteidigten die Badener den DFB-Pokal nach einem 3:1 im Endspiel gegen den Hamburger SV, das im heimischen, gerade ein Jahr zuvor fertiggestellten Wildparkstadion ausgetragen wurde. Nach dem knapp verpassten „Double“ verließ Patek im Sommer 1956 den KSC.

Unter Ludwig Janda (1956-59) und Eduard Frühwirth (1959-62) wurde der KSC 1958 und 1960 noch zweimal Südmeister und verpasste das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft als Gruppenzweiter beide Male nur knapp. 1960 stand man zudem erneut im Pokalfinale, unterlag aber in Düsseldorf überraschend gegen den Außenseiter Borussia Mönchengladbach mit 2:3.

Mit Gerhard Siedl, Horst Szymaniak und Günther Herrmann stellte der Karlsruher SC Ende der 1950er bzw. Anfang der 1960er Jahre erstmals Spieler für die Nationalmannschaft ab.


Die ersten Jahre in der Fußball-Bundesliga (1963–1968) 

1963 war der Karlsruher SC eines der 16 Gründungsmitglieder der Bundesliga, für die man sich mit den Plätzen drei (1960/61) und fünf (1962/63) der Oberliga Süd qualifizierte. Obwohl Trainer Kurt Sommerlatt mit Otto Geisert einen erfolgreichen Torjäger und mit den Jugendnationalspielern Rolf Kahn und Horst Wild zwei vielversprechende Talente zur Verfügung hatte, spielte der KSC bereits in der ersten Bundesligasaison gegen den Abstieg, dem man nur haarscharf mit einem Punkt Vorsprung entging. Im Januar 1965, als der KSC auf einem Abstiegsplatz stand, wurde Sommerlatt entlassen, dennoch belegte der Club am Saisonende den vorletzten Platz; absteigen musste man nur deshalb nicht, weil es aufgrund der Aufstockung der Bundesliga auf 18 Vereine keine Absteiger gab. Die Saison 1964/65 bescherte dem KSC zudem zwei Rekordergebnisse, die bis heute Bestand haben: Dem mit 7:0 höchsten Sieg bei Eintracht Frankfurt im September 1964 folgte fünf Monate später mit dem 0:9 bei 1860 München die bis heute höchste Niederlage der Karlsruher in der Bundesliga.

Nachdem man dem Abstieg 1965/66 mit Platz 16 erneut nur knapp entgangen war, konnte der KSC unter Trainer Paul Frantz dank einer furiosen Rückrunde 1966/67 nicht nur den Klassenerhalt sichern, sondern erreichte mit Platz 13 das bisher beste Ergebnis in der Bundesliga. Die zwischenzeitliche Euphorie verflog jedoch wieder, als man in der darauffolgenden fünften Bundesligasaison 1967/68 mit 6:14 Punkten aus den ersten zehn Spielen einen klassischen Fehlstart hinlegte und sich auf dem 17. Tabellenplatz wiederfand. Frantz wurde im Oktober 1967 entlassen, doch auch drei Nachfolger in dieser Saison konnten den Abstieg nicht mehr verhindern, der Karlsruher SC spielte ab 1968 erstmals seit der Fusion 1952 zweitklassig.


„Fahrstuhlmannschaft“ der 1. und 2. Bundesliga (1968–1986) 

Mit Kurt Baluses wurde ein erfahrener Trainer für den „Neubeginn“ des Karlsruher SC in der Regionalliga verpflichtet. Zahlreiche Leistungsträger, darunter Klaus Zaczyk, Günther Herrmann und Jürgen Rynio hatten den Verein verlassen. Dennoch gelang es Baluses mit einer neu formierten Elf um „Rückkehrer“ Horst Wild gleich in der ersten Saison die Meisterschaft der Regionalliga Süd und damit die Aufstiegsrunde zur Bundesliga zu erreichen. Dort scheiterte man jedoch ebenso wie nach den darauffolgenden zwei Spielzeiten, in denen man jeweils den 2. Platz in der Regionalliga belegt hatte. Bereits am 21. Mai 1971, kurz vor der dritten Aufstiegsrunde in Folge, entließ das Präsidium des KSC völlig überraschend den Trainer. Sein Nachfolger Heinz Baas konnte der Mannschaft in diesem Jahr allerdings ebensowenig zum Aufstieg verhelfen wie in den beiden darauffolgenden Spielzeiten, 1972/73 scheiterte man zum vierten Mal in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga.

Im Februar 1974 begann mit der Wahl von Roland Schmider zum neuen Präsidenten eine neue Ära des Vereins, er führte den Verein 26 Jahre lang an. Unter Trainer Carl-Heinz Rühl gelang der Elf um Rudi Wimmer, Rainer Ulrich und Wilfried Trenkel 1975 der direkte Aufstieg als Meister der neu gegründeten 2. Bundesliga Süd. Nach siebenjähriger Abstinenz gehörte der Karlsruher SC wieder dem Fußball-Oberhaus an.

Bis Mitte der 1980er Jahre war der KSC eine „Fahrstuhlmannschaft“ und spielte zwischen 1975 und 1986 jeweils sechs Jahre in der ersten und zweiten Bundesliga. Der Verein „verschliss“ in dieser Zeit nicht weniger als neun Trainer, allein in der Saison 1977/78 wurden drei Trainer entlassen. In den Bundesligaspielzeiten belegte der KSC stets Plätze in der unteren Tabellenhälfte, als beste Platzierung erreichte man unter Manfred Krafft 1980/81 einen zehnten Platz.

Die Ära Winfried Schäfer (1986–1998) 

Mit der Verpflichtung von Winfried Schäfer als neuem Trainer und Carl-Heinz Rühl als Manager im Jahr 1986 begannen die erfolgreichsten zehn Jahre des Vereins in der jüngeren Geschichte. Schäfer, der bereits als Spieler (1975-77) zwei Spielzeiten für den KSC aktiv gewesen war, war nach Beendigung seiner aktiven Karriere 1985 ein Jahr lang Talentsucher für Mönchengladbach gewesen, bevor er in Karlsruhe seine erste Trainerstelle antrat. In dem durch das Auf und Ab der vergangenen Spielzeiten sportlich und vor allem auch finanziell gebeutelten Verein galt es, aus der Not eine Tugend zu machen und das Gerüst erfahrener Spieler wie Srecko Bogdan, Michael Harforth und Emanuel Günther durch junge, hungrige Kräfte zu ergänzen. Der Saisonstart verlief alles andere als optimal und nach einer deftigen 0:8-Schlappe in Hannover hatten viele die Saison bereits abgehakt, doch dank einer Serie, die mit einem 6:0-Erfolg gegen Saarbrücken am letzten Vorrundenspieltag begann und zehn Siege hintereinander einbrachte, stand der Aufstieg in die Bundesliga bereits am vorletzten Spieltag fest. Mit Torhüter Alexander Famulla, Oliver Kreuzer in der Abwehr und Arno Glesius als treffsicheren Torjäger (14 Saisontore) hatten sich in der Aufstiegssaison gleich drei Nachwuchsspieler in die Stammformation gespielt.

Nach einer durchwachsenen ersten Bundesliga-Saison 1987/88, in der man dem sofortigen Abstieg nur knapp entging, wurde die als „Elf der Namenlosen“ titulierte Mannschaft auch in der zweiten Spielzeit als Abstiegskandidat gehandelt. Winfried Schäfer gelang es jedoch im Gegensatz zu seinen Vorgängern, den Karlsruher SC in der Eliteklasse zu etablieren. Da die Mittel für prominente Verstärkungen nicht vorhanden waren, setzte Schäfer weiterhin vorwiegend auf Talente aus den eigenen Reihen und der Region, darunter Oliver Kahn (1987), Michael Sternkopf (1988), Mehmet Scholl (1989) und Jens Nowotny (1991) – mit zunehmenden Erfolg: In den nächsten Spielzeiten setzte man sich im gesicherten Mittelfeld der Bundesliga fest und schloss die Saison 1991/92 mit Rang acht und damit erstmals auf einem einstelligen Tabellenplatz ab.

Mit dem sechsten Rang 1992/93 qualifizierte sich der Verein erstmals für den UEFA-Pokal und spielte dort eine herausragende Runde. In der zweiten Runde besiegten die Karlsruher nach einem 1:3 im Hinspiel den FC Valencia mit 7:0. Dieses Spiel gilt bis heute als Höhepunkt der neueren Vereinsgeschichte. Außerdem warf der KSC die renommierten Clubs PSV Eindhoven, Boavista Porto und Girondins Bordeaux aus dem Wettbewerb und zog somit ins Halbfinale ein. Dort schieden die Karlsruher denkbar unglücklich gegen Austria Salzburg nach zwei Unentschieden (0:0 und 1:1) aufgrund der Auswärtstorregel aus. In den Folgejahren nahm der KSC noch zweimal (1996/97 und 1997/98) am UEFA-Pokal teil und erreichte das Finale im DFB-Pokal 1996, das mit 0:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern verloren ging. Im selben Jahr gewann der Verein allerdings das Finale um den UEFA Intertoto Cup gegen Standard Lüttich (3:1 nach 0:1 im Hinspiel) und sicherte sich somit nochmals die Teilnahme am UEFA-Pokal.

Mit der Saison 1997/98 begann der Niedergang des Karlsruher SC. Der Verein hatte sich als Tabellen-Sechster der Vorsaison zwar noch einmal für den UEFA-Cup qualifiziert (wo man im Achtelfinale gegen Spartak Moskau ausschied), im Verlauf der Runde zeigte sich jedoch, dass man die Abgänge von Leistungsträgern der Vorjahre wie Jens Nowotny (1996 zu Bayer Leverkusen), Thorsten Fink und Michael Tarnat (beide 1997 zu Bayern München) sportlich nicht kompensiert hatte, so dass sich der KSC in der unteren Tabellenhälfte der Bundesliga wiederfand. Aufgrund des enttäuschenden Saisonverlaufs wurde Winfried Schäfer im März 1998 nach zwölf Jahren im Amt entlassen, die Karlsruher stiegen am Ende der Saison – nach elf Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit – aus der Bundesliga ab.


Absturz in die Regionalliga und Wiederaufstieg (seit 1998) 

Nachdem der Wiederaufstieg in der ersten Spielzeit unter Trainer Rainer Ulrich nur knapp verpasst wurde, stieg der KSC nach einer desaströsen Saison 1999/2000 in die Regionalliga ab und spielte somit erstmals in seiner Geschichte drittklassig. Nach einem kompletten Neuaufbau der Mannschaft gelang unter Trainer Stefan Kuntz die sofortige Rückkehr in die Zweite Bundesliga, wo der Karlsruher SC seither spielt.

Obwohl der Verein in den neunziger Jahren Millionen durch die Transfers von Topstars wie Mehmet Scholl (ca. 6,5 Millionen DM) und Oliver Kahn (der damals mit 5 Millionen DM teuerste Keeper der Bundesliga-Geschichte) einnahm, stand durch Missmanagement der finanzielle Kollaps kurz bevor. Dies bedeutete im Mai 2000 auch das Ende der Ära Roland Schmider, der den KSC seit 1974 geführt hatte. Die glücklose Präsidentschaft von Detlef Dietrich (2000–2002) brachte den Club nicht voran. Die drohende Insolvenz des Vereins konnte erst durch den Übergangspräsidenten und ehemaligen Oberbürgermeister von Karlsruhe, Gerhard Seiler, verhindert werden, der den Club in seiner nur neunmonatigen Amtszeit durch seine guten Verbindungen zur regionalen Politik und Wirtschaft vor dem Aus rettete. Nachfolger von Seiler wurde der bis heute amtierende Präsident Hubert H. Raase, der mit den Vize-Präsidenten Rainer Schütterle und Michael Steidl, sowie Manager Rolf Dohmen den Club weiter saniert.

In der Saison 2003/04 drohte dem Karlsruher SC lange der erneute Abstieg in die Regionalliga; er wurde erst durch einen Sieg am letzten Spieltag gegen den Aufstiegsfavoriten Alemannia Aachen verhindert. Im darauf folgenden Spieljahr gelang der Klassenerhalt durch einen furiosen Schlussspurt erstmals seit dem Wiederaufstieg bereits vor dem letzten Spieltag. In der Saison 2005/06 spielte der Club erstmals seit Jahren wieder um den Aufstieg in die Bundesliga mit und hatte bis zum letzten Spieltag eine Chance auf einen Aufstiegsplatz, schloss die Saison dann aber mit dem 6. Platz ab.

In der aktuellen Saison 2006/07 sicherte sich der Verein mit 38 Punkten die Herbstmeisterschaft vor dem FC Hansa Rostock. Während der gesamten Hinrunde befand sich der KSC durchgängig auf Platz 1 oder 2.


Bilanz der Fußballmannschaft 

Als größten Erfolg kann der Karlsruher SC auf zwei Pokalsiege (1955 und 1956) zurückblicken; der Vorgängerverein KFC Phönix gewann 1909 den deutschen Meistertitel.


Meisterschaften 

  • Deutscher Meister 1909 (als Karlsruher FC Phönix)
  • Deutscher Vizemeister 1956
  • Süddeutscher Meister 1909, 1958, 1960 und 1975


Pokalwettbewerbe 


Bundesligabilanz 

Der Karlsruher SC war 1963 Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga, nahm bisher (Stand 2006) an 22 Spielzeiten teil und belegt in der „Ewigen Tabelle“ der Bundesliga Rang 18. Als bestes Ergebnis erreichte der KSC Platz 6 (1993, 1994 und 1997), fünf Mal (1968, 1977, 1983, 1985 und 1998) stieg der Verein aus der Bundesliga ab, vier Mal (1975, 1980, 1984 und 1987) gelang die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus.

 

 


Personen der Vereinsgeschichte 

 

Bekannte ehemalige Spieler 

Insgesamt zwölf Spieler trugen bis heute während ihrer Zeit beim Karlsruher SC bzw. Phönix Karlsruhe das Trikot der Deutschen Fußballnationalmannschaft. Zudem spielte der Karlsruher Kurt Sommerlatt beim Olympischen Fußballturnier 1952 für Deutschland; für diese Spiele wurde aber nur eine Amateurnationalmannschaft gestellt.

In den Reihen des Karlsruher SC standen außerdem zahlreiche Spieler, die ihre Länderspiele entweder vor ihrer Zeit beim KSC absolvierten (u. a. Cieslarczyk, Kargus, Buchwald) oder erst danach in die Nationalelf berufen wurden (Kahn, Scholl, Nowotny, Engelhardt und zuletzt Fritz).

1909 bis 1914 (Phönix Karlsruhe)
Nationalspieler
Karl Wegelewurde zwischen 1910 und 1914 15 Mal in die Nationalelf berufen und stand zudem 12 Mal in der Südauswahl. Der Außenstürmer spielte von 1903 bis 1922 für den KFC Phönix.
Emil Oberlewar einer der beiden Karlsruher Debütanten, die 1909 den ersten Länderspielsieg gegen die Schweiz einfuhren. Der Außenstürmer vertrat in insgesamt 5 Länderspielen die Farben des KFC Phönix.
Robert Neumaierstand zwischen 1909 und 1912 3 Mal in der Nationalmannschaft.
Otto Reiserwurde als vierter Spieler des KFC Phönix 1911 ein Mal für die Nationalmannschaft nominiert.
1950er und 1960er Jahre
Nationalspieler
Horst Szymaniakstand während seiner zwei Spielzeiten beim KSC (1959-61) 12 Mal in der deutschen Auswahl, zwischen 1956 und 1966 spielte er insgesamt 43 Mal A-Nationalmannschaft.
Günter Herrmannspielte von 1958 bis 1963 im Mittelfeld des KSC und kam 1960-61 zu 7 Einsätzen in der Nationalelf. 1967, inzwischen bei Schalke 04, absolvierte er 2 weitere Länderspiele.
Gerhard Siedlerzielte bei seinen ersten 2 Länderspieleinsätzen 1957 jeweils ein Tor. Nach seinem Wechsel von KSC zum FC Bayern wurde er für 4 weitere Länderspiele berufen.
Willy Reitgaßlkonnte in seinem einzigen Länderspieleinsatz 1960 in Island (5:0) einen Treffer erzielen.
Klaus Zaczykspielte von 1963 bis 1968 für den KSC in der Bundesliga und schoss in seinem einzigen Länderspiel 1967 ein Tor.
Weitere bekannte Spieler dieser Ära
Walter Baureis, Heinz Beck, Horst Buhtz, Hans Cieslarczyk, Willi Dürrschnabel, Rudi Fischer, Otto Geisert, Kurt Sommerlatt, Horst Wild
1970er und frühe 1980er Jahre
Bekannte Spieler dieser Ära
Emanuel Günther, Michael Harforth, Rudi Kargus, Joachim Löw, Winfried Schäfer, Karl-Heinz Struth, Wilfried Trenkel, Rainer Ulrich, Rudi Wimmer
1986 bis 1998 ("Schäfer-Ära"
Nationalspieler
Thomas Häßlerkam 1994 zum KSC und absolvierte bis zu seinem Weggang 1998 42 seiner insgesamt 101 Länderspiele.
Michael Tarnatwar von 1994 bis 1997 für den KSC aktiv und spielte 1996 erstmals für Deutschland. Beim KSC kam er auf 4, nach seinem Wechsel zum FC Bayern auf weitere 15 Länderspieleinsätze.
Dirk Schusterwar bereits 4 Mal für die DDR-Auswahl aktiv gewesen, als er 1991 zum KSC kam. 1994/95 bestritt er 3 Spiele der Nationalelf.
Weitere bekannte Spieler dieser Ära
Manfred Bender, Slaven Bilić, Srećko Bogdan, Heiko Bonan, Eberhard Carl, Sean Dundee, Thorsten Fink, Arno Glesius, Michael Harforth, Oliver Kahn, Sergei Kirjakow, Adrian Knup, Oliver Kreuzer, Rainer Krieg, Gunther Metz, Jens Nowotny, Burkhard Reich, Claus Reitmaier, Wolfgang Rolff, Valerij Schmarow, Lars Schmidt, Edgar Schmitt, Mehmet Scholl, Markus Schroth, Rainer Schütterle, Michael Sternkopf, Michael Wittwer, Christian Wück
seit 1998
Bekannte ehemalige Spieler aus dieser Zeit
Guido Buchwald, Marco Engelhardt, Clemens Fritz, Simon Jentzsch, Bruno Labbadia, Ivan Saenko


Trainer seit 1952 

Trainer, die länger als zwei Jahre im Amt waren, sind fett hervorgehoben.

NameVertragszeit
Hans Hipp– 16. Oktober 1952 bis 30. April 1953
Friedel Moser– 1. Mai 1953 bis 30. Juni 1953
Adolf Patek– 1. Juli 1953 bis 31. Juli 1956
Ludwig Janda– 1. Juli 1956 bis 30. Juni 1959
Eduard Frühwirth– 1. Juli 1959 bis 30. Juni 1962
Kurt Sommerlatt– 1. Juli 1962 bis 26. Januar 1965
Helmut Schneider– 27. Januar 1965 bis 18. Oktober 1965
Werner Roth– 19. Oktober 1965 bis 1. November 1966
Paul Frantz– 2. November 1966 bis 24. Oktober 1967
Georg Gawliczek– 25. Oktober 1967 bis 8. Februar 1968
Herbert Widmayer– 10. Februar 1968 bis 18. Februar 1968
Bernhard Termath– 19. Februar 1968 bis 30. Juni 1968
Kurt Baluses– 1. Juli 1968 bis 21. Mai 1971
Heinz Baas– 22. Mai 1971 30. Juni 1973
Carl-Heinz Rühl– 1. Juli 1973 bis 30. Juni 1977
Bernd Hoss– 1. Juli 1977 bis 26. Oktober 1977
NameVertragszeit
Rolf Schafstall– 27. Oktober 1977 bis 15. April 1978
Walter Baureis– 16. April 1978 bis 30. Juni 1978
Manfred Krafft– 1. Juli 1978 bis 26. November 1981
Max Merkel– 27. November 1981 bis 30. Juni 1982
Horst Franz– 1. Juli 1982 bis 31. Januar 1983
Lothar Strehlau– 1. Februar 1983 bis 30. Juni 1983
Werner Olk– 1. Juli 1983 bis 22. März 1985
Lothar Buchmann– 26. März 1985 bis 25. April 1986
Winfried Schäfer– 1. Juli 1986 bis 25. März 1998
Jörg Berger– 25. März 1998 bis 25. August 1998
Rainer Ulrich– 26. August 1998 bis 15. Oktober 1999
Joachim Löw– 28. Oktober 1999 bis 19. April 2000
Stefan Kuntz– 1. Juli 2000 bis 25. Oktober 2002
Lorenz-Günther Köstner– 1. November 2002 bis 20. Dezember 2004
Reinhold Fanz– 28. Dezember 2004 bis 4. Januar 2005
Edmund Becker– seit 13. Januar 2005